Am 06. und 07. Juni 2016 fand der 3. RADAR-Workshop in Frankfurt am Main statt.

In dessen Rahmen wurde der RADAR-Service zur Archivierung und
Publikation digitaler Forschungsdaten inklusive des Geschäftsmodells vorgestellt.

Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmern für die spannenden Diskussionen & Anregungen!
Wir werden Ihre Anpassungswünsche soweit möglich in das Produktivystem mit aufnehmen und freuen uns auf weiteres Feedback. Bitte nehmen Sie hierzu gerne Kontakt mit uns auf: info@radar-projekt.org


Inhalte:

Die während des Workshops vorgestellten Präsentationen als PDF:

Vorträge

Einführung in RADAR (A. Kraft, TIB)

Systemarchitektur und Speicherinfrastruktur (J. Potthoff, KIT)

Geschäftsmodell (M. Razum, FIZ)

Geplante Mehrwertdienste (F. Lange, IPB)

RADAR REST API (M. Hoppe und S. Bozic, FIZ)

Link zur API Dokumentation (in Englisch)

(Moderation: A. Porzel, IPB, und T. Engel, LMU)

 

Resultate:

Die nachfolgenden Beiträge sind in die Themenblöcken Geschäftsmodell und geplante Weiterentwicklungen des RADAR Systems unterteilt.

Geschäftsmodell

Für die RADAR-Dienstleistungen Archivierung und Publikation wurde ein Geschäftsmodell erarbeitet, dass sich aus Fixkosten und variablen Kosten, die im RADAR-Betrieb anfallen, zusammensetzt. Dabei wird ein Teil dieser Kosten als Eigenleistung von FIZ Karlsruhe übernommen. Auf der Kostengrundlage wurde ein Preismodell mit einer jährlichen Grundgebühr von 500 € und einem volumenabhängigen Preis von 0,39 € je GB und Jahr vorgestellt (Nettopreise). In der Diskussion wurden vor allem die Punkte der Zusicherung der Verfügbarkeit publizierter Datenpakete unabhängig von einer Vertragslaufzeit und Anpassbarkeit des Systems an die Arbeitsabläufe institutioneller Kunden angesprochen. Eine dauerhafte Verfügbarkeit publizierter Datenpakete (mindestens 25 Jahre) ist allerdings nur mit Einmalzahlungen zu gewährleisten. FIZ Karlsruhe als zukünftiger Betreiber prüft, ob ein solches Angebot zusätzlich zum Angebot der jährlichen Zahlung bis zum Start von RADAR realisierbar ist. Die aktuelle Entwicklung hierzu wird im NEWS-Bereich der RADAR Projektwebsite bekanntgegeben. Des Weiteren wurden die rechtlichen Beziehungen der RADAR-Vertragspartner und die Grundzüge der Nutzungsbedingungen und Verträge für RADAR vorgestellt.

Die DFG unterstützt in Ihren Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten im Rahmen der Guten Wissenschaftlichen Praxis (GWP) die Datenablage, Sicherung und Publikation in einer „fachlich einschlägigen, überregionalen Infrastruktur“. So können Wissenschaftler und deren Institutionen auch GWP-konform die Forschungsdatenverwaltung im Rahmen einer web-basierten Repositorienplattform wie RADAR durchführen. Zusätzlich wird ein Hinweis für institutionelle Kunden aufgenommen, nach Möglichkeit eine institutionelle E-Mail Adresse (nicht-personenbezogen) für Kommunikation mit RADAR anzugeben.

Aus dem Kreis der Teilnehmer kam die Anregung, gemeinsam mit Hochschulbibliotheken exemplarisch die Integration von RADAR in die Arbeitsabläufe vor Ort zu erproben, um von Anfang an praxisnahe Lösungen anbieten zu können. Hieran ist das RADAR-Team sehr interessiert, konnte aber bisher keine Hochschule hierfür gewinnen.


Anregungen für Weiterentwicklungen

Kurz- und mittelfristige Funktionalitätserweiterungen:

  • Anforderung, innerhalb eines Vertrags Datenpakete in Bearbeitung in einen anderen Arbeitsbereich des gleichen Vertrags verschieben zu können.
  • Volumen-Obergrenzen sollten nicht nur für einen Vertrag, sondern auch auf Ebene der Arbeitsbereiche zu spezifizieren sein.
  • Erstellung eines Monatsberichts für Administratoren und Kuratoren zum in Anspruch genommenen Datenvolumen je Vertrag & je Arbeitsbereich.
  • Überarbeitung des Rollen- und Rechtemanagements: Anforderung, dass Kuratoren nur Sub-Kuratoren einsetzen dürfen. Kuratoren selbst dürfen nur durch den Administrator für Arbeitsbereiche freigegeben werden.
  • Es soll einsehbar sein, wann und durch wen bestimmte Rollen (Administrator, (Sub-)Kurator, Freigaben für archivierte Datenpakete) an Nutzer vergeben wurden.
  • Kuratoren sollen z.B. auf ihrem Dashboard eine Nachricht erhalten, wenn ein Subkurator die Bearbeitung eines Datenpaketes abgeschlossen hat (damit der Kurator nicht ständig beim Subkurator nachfragen muss). Hier ist allerdings unklar, wie das System erkennen soll, wann die Bearbeitung abgeschlossen ist, da dies eine intellektuelle Entscheidung ist.
  • Innerhalb der Datenpakete wird eine Readme-Datei abgelegt, die die Verzeichnisstruktur des BagIt-Payloads erklärt.
  • Unterstützung von Shibboleth (AAI-Föderation) zur Authentifizierung.
  • Unterstützung von kontrollierten Vokabularen für Metadatenelemente, die institutionell pro Vertrag festgelegt werden können. 

Ideen für die langfristige Weiterentwicklung des Systems:

  • Einführung einer Dateiformaterkennung für nicht-fachspezifische Dateiformate und Implementation eines Übertragungsprozesses in die technischen RADAR-Metadaten.
  • Einwicklung einer Schnittstelle für Manuskripteinreichungssysteme mit dem Ziel, ein Artikel-Review mit Datenpublikation und einer zweiseitigen DOI-Verankerung zu implementieren.
  • Anbindung von Autoreninformationen als Linked Open Data, u.a. mit dem Ausbau der ORCID Anbindung (z.B. Verlinkung Autoren ORCID mit deskriptiven Metadaten) und Anbindung an FIS (z.B. Schaffung einer Schnittstelle zur VIVO Ontologie). Ziel ist die Verknüpfung von Forscherprofilen mit den dazugehörigen Forschungsdaten in RADAR.
  • Angebot von Schulungen, Ausbau des Outreach-Konzepts von RADAR, u.a. Implementierung eines Feedback-Bogens (Benutzeroberfläche & API) für Kunden.
  • Erstellung einer Funktionalität zur Übergabe bereits archivierter Datenpakete in den Publikationsstatus.
  • Entwicklung eines Weiterleitungskonzepts im Falle von überarbeiteten Datenpaketen (DOI Verlinkung).
  • Einbindung von Institutionellen Identifier-Systemen in RADAR.

Zum Vorschlag einer Implementierung der fachspezifischen Metadateneinbindung in RADAR wurde überwiegend die Meinung vertreten, dass dies vorwiegend eine Community-Aufgabe sei und auf die entsprechenden RDA (Research Data Alliance)-Arbeitsgruppen verwiesen. Für ein generisches Repositorium wie RADAR sei vielmehr die Fokussierung auf die oben genannten Mehrwertdienste relevant. Stattdessen kam der Vorschlag, es Datengebern zu ermöglichen, fachspezifische Metadaten-Dateien mit in das Datenpaket aufzunehmen und über OAI-PMH harvestbar zu machen.


Eine Zusammenfassung des Workshops als PDF ist hier verfügbar.


Übersicht der teilnehmenden Stakeholder:

Institutionen beim 3. RADAR-Workshop
Chemical Abstracts Service, ACS International, Ltd.
Deutsche Nationalbibliothek
Deutsches Klimarechenzentrum GmbH (DKRZ)
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Georg Thieme Verlag KG
Georg-August-Universität Göttingen
GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Humboldt Universität zu Berlin
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Konrad-Zuse-Zentrum fuer Informationstechnik Berlin (ZIB)

Leibniz Universität IT Services (LUIS)
Magic Angle GmbH & Co. KG
Max Planck Digital Library (MPDL)
Philipps-Universität Marburg
Ri-Con/Research in Conservation
Robert Koch-Institut
Technische Universität Dresden
Universität Bayreuth
Universität Siegen
Universitäts- und Landesbibliothek Bonn
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt
Universitäts- und Landesbibliothek Münster

Universitätsbibliothek Braunschweig

Universitätsbibliothek Duisburg-Essen
Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg
Universitätsbibliothek Kaiserslautern
Universitätsbibliothek Marburg